50 Jahre Acoat Selected

20.10.2026

Jubiläum mit Branchenblick

Das Branchenprogramm Acoat Selected von AkzoNobel feierte sein 50-jähriges Bestehen, und zwar standesgemäss in Sardinien. Über 100 Gäste aus Carrosserie- und Lackbetrieben, Handel und Partnerunternehmen reisten an. Mit dabei war auch der Schweizer Mobilitätsverband sffv.

 

Der Anlass stand unter dem Motto «Focus on You» und war hervorragend organisiert. Nach der Anreise am Samstag bot der Abend bei einem reichhaltigen Buffet viel Gelegenheit zum Netzwerken.

Konferenz: Automatisierung, CO₂ und Wirtschaftlichkeit

An der Konferenz ging es um die Frage, wie Carrosseriebetriebe wirtschaftlich Schritt halten können. Durch das Programm führte Moderatorin Miriam Rickli. Einige Highlights:

  • Branchenumbruch: Sander Knip, AkzoNobel, stellte mit AXANZO den Namen für den geplanten Zusammenschluss von AkzoNobel und Axalta vor. Die Fusion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
  • Roboter in der Lackiererei: David Rau von SATA Automation zeigte, wie das Robotersystem Jetstream heute rund 35 Prozent der Lackieraufträge automatisiert übernimmt, mit rund 30 Prozent weniger Nacharbeit. Die Technik soll Fachkräfte entlasten, nicht ersetzen.
  • CO₂ messbar machen: Michele Savino und Res Witschi von Swisscom präsentierten die Plattform GreenOne, die CO₂-Emissionen erfasst und Einsparpotenziale aufzeigt.
  • Fördergelder nutzen: Luca Stauss-Rössner von EBP Schweiz zeigte, wie Betriebe über Programme wie PEIK Beratungs- und Investitionsbeiträge erhalten. In einem Praxisbeispiel senkte eine geförderte Modernisierung der Lackieranlage die Betriebskosten um rund 40 Prozent.

Roundtable: Reparieren statt ersetzen

Höhepunkt war die Podiumsdiskussion mit Gästen aus der ganzen Reparaturkette:

  • Ralf Käser, Schweizer Mobilitätsverband sffv
  • Massimo Di Giovanni, TDC (Sachverständiger)
  • Philipp Zimmermann, auto-i-dat (Kalkulation)
  • Senad Ademi, Abt AG BMW (Autohandel)
  • Orlando Luongo, Autospritzwerk (Carrosserie und Lack)

Im Zentrum stand die Frage, wie Reparaturen trotz steigender Kosten wirtschaftlich bleiben. Philipp Zimmermann bezifferte den durchschnittlichen Fahrzeugschaden auf 3'060 Franken. Besonders stark gestiegen sind die Ersatzteilpreise, zuletzt um 8,1 Prozent. Orlando Luongo bezeichnete die Teilebeschaffung als eine der grössten Herausforderungen.

Ralf Käser brachte die Sicht der Flotten ein und kritisierte die Lücke zwischen Nachhaltigkeitsversprechen und tatsächlicher Praxis: Das Prinzip «Reparieren statt ersetzen» müsse konsequenter umgesetzt werden. Spannend wurde es auch beim Blick nach vorne: Was bedeuten Elektromobilität, neue Geschäftsmodelle und autonomes Fahren für die Branche, wenn selbstfahrende Fahrzeuge künftig deutlich weniger Schäden verursachen? Einig war sich die Runde, dass Werkstätten, Versicherer und Importeure enger zusammenarbeiten müssen.

Was bedeutet das für Flotten?

Schadenkosten sind für Flotten ein wesentlicher Kostentreiber und zunehmend auch ein ESG-Thema. Steigende Teilepreise, aufwendige Kalibrierungen und längere Standzeiten schlagen direkt auf die TCO durch. Wer bei Werkstattpartnern und Versicherern konsequent auf «Reparieren statt ersetzen» setzt, spart Kosten und CO₂ zugleich.

Glanzvoller Abschluss

Am Sonntagabend fand das Jubiläum mit einem Galadiner und einer mitreissenden Queen-Show einen würdigen Abschluss.

Herzliche Gratulation an Acoat Selected zu 50 Jahren und vielen Dank für die Einladung!

Berichte und Bilder:
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